Warum Journalistenschule?

Drei Wege führen üblicherweise in den Journalismus: ein Studium, ein Volontariat oder der Besuch einer Journalistenschule. Vom Studium unterscheidet sich eine Journalistenschule durch ihre Konzentration auf das Handwerk. Vom Volontariat, der Ausbildung bei einer Zeitung oder einem Newsportal, unterscheidet sich die Journalistenschule durch ihr Training für alle Medienformen. Hinzu kommen der Unterricht in Kleingruppen sowie die intensive Korrektur von Übungsarbeiten; beides ist im Alltag der meisten Redaktionen nicht unterzubringen.

Der größte Nachteil der Journalistenschulen: Es gibt zu wenige von ihnen. In Deutschland bieten knapp ein Dutzend Journalistenschulen eine mehr als einjährige Ausbildung an, mit Plätzen für insgesamt rund 300 Teilnehmer. Die Auslese ist hart, jedes Jahr bewerben sich rund 8000-10000 junge Leute um diese Plätze.

An der Henri-Nannen-Schule dauert die Ausbildung 18 Monate, sie gliedert sich in vier Seminarblöcke an der Schule und vier Praktika. Die Abfolge ist immer abwechselnd, auf jedes Seminar (7–10 Wochen) folgt ein Praktikum (6–10 Wochen). Insgesamt verbringt der Lehrgang 32 Wochen an der Schule und 36 Wochen in Redaktionen, zudem gibt es acht Wochen Urlaub.
 
Für die vier Praktika stehen rund 50 renommierte Redaktionen zur Wahl: Print- und Online-Medien, Nachrichtenagenturen, TV- und Radiosender, Korrespondentenbüros im Ausland. Der Schulleiter vergibt die Plätze, unter Berücksichtigung der Wünsche und Fähigkeiten der Schüler. Das erste Praktikum findet bei einem tagesaktuellen Medium statt, also einer Zeitung oder einem Newsportal. Das dritte, mit sechs Wochen kürzeste Praktikum, absolvieren alle Journalistenschüler in einer G+J-Redaktion. 
 

Ziel unserer Ausbildung sind junge Journalisten, die:
• sich der Verantwortung ihrer Aufgabe bewusst sind
• gründlich und vorurteilsfrei recherchieren
• zur Selbstkritik fähig sind - und Medien-Hypes verachten
• präzise, elegant und lebendig formulieren
• auch komplexe Themen verständlich machen können
• PR und Journalismus voneinander zu trennen wissen