Ausbildung
Die Ausbildung besteht aus 31 Wochen Unterricht in der Schule, 36 Wochen Praxis in vier verschiedenen Redaktionen und 8 Wochen Urlaub. Die einzelnen Lehreinheiten bauen aufeinander auf, entsprechend gestaffelt ist ihre zeitliche Abfolge:
- 10 Wochen Grundseminar:
Zeitung/handwerkliche Grundfertigkeiten
- 10 Wochen Praktikum: Zeitung
- 7 Wochen Seminar: Zeitschrift I
- 10 Wochen Praktikum: Zeitschrift
- 9 Wochen Seminar: Crossmedia
(Online, Hörfunk und Fernsehen)
- 6 Wochen Praktikum: Online/Zeitschrift
- 4 Wochen Seminar: Zeitschrift II
- 10 Wochen Praktikum: Freie Wahl
- 1 Woche finales Seminar
Curriculum
Es umfasst:
- Sprache, Stil und Merkmale des Qualitätsjournalismus
- Die Technik der Recherche
- Nachrichtenauswahl: Wahrnehmung, Selektion und Gewichtung
- Die Einübung der journalistischen Formen (in allen Mediengattungen): Nachricht, Interview, Bericht, Reportage, Essay, Kommentar, Glosse
- Redigieren und Präsentieren journalistischer Texte: Titel, Vorspänne, Bild- und Kleintexte
- Fotografie-Schulung, der Einsatz von Bildern
- Zeitungs- und Zeitschriftendesign, Layout und Umbruch, InDesign-Training
- Produktion von Lehrgangs-Zeitung bis hin zur Herstellung der Druckvorlagen
- Drei Reportage-Projekte
- Kriterien der Blattkritik
- Internet: Online-Recherche, Texten fürs Internet, Gestalten von
Websites
- Verhalten vor Mikrofon und Kamera (Sprecherziehung im Einzelunterricht)
- Produktion und Schnitt eigener Audiobeiträge
- Produktion und Schnitt eigener Videobeiträge
- Abschlussprojekt Multimedia: Produktion eines crossmedialen Projekts
- Presserecht, Pressekodex, PR und Journalismus, Umgang mit Quellen und Informanten
- Der deutsche Medienmarkt: Titel und Formate, Zielgruppen, neue Geschäftsfelder, Entwicklung von Magazin-Konzepten
- Grundzüge des Redaktions- und Verlagsmanagements
- Bewerbungstraining, Kreativitätstraining
- Aufbau eines eigenen elektronischen Büros
Ziel der Ausbildung
sind professionelle und selbstkritische Journalisten, die
- sich der Verantwortung ihrer Aufgabe bewusst sind
- gründlich und vorurteilsfrei recherchieren
- professionell ihren Stoff selektieren
- in einer klaren, lebendigen Sprache berichten,
- spannend erzählen können
- Hintergründe ausleuchten
- komplexe Zusammenhänge verständlich machen können
Der Unterricht
besteht aus Vorträgen, Diskussionen und praktischen Übungen (täglich mindestens eine!). Trainiert werden alle Formen des Handwerks: von der Meldung bis zum Kommentar, vom Gerichtsbericht bis zur Buch- und Fernsehkritik. Die Lehrgangsteilnehmer stellen im Grundseminar drei Übungszeitungen an drei aufeinander folgenden Tagen in eigener Regie her. Sie schreiben drei längere Reportagen, entwerfen im Zeitschriften-Seminar Blattkonzepte, produzieren im Multimedia-Seminar Audio- und Videobeiträge sowie ein crossmedial angelegtes Online-Angebot. Viele dieser Beiträge werden bei entsprechender Qualität von Gruner + Jahr sowie kooperierenden Verlagen und Sendern veröffentlich bzw. ausgestrahlt.
Im Mittelpunkt steht also das journalistische Handwerk. Gründlich vertraut gemacht werden die Lehrgangsteilnehmer außerdem mit den wirtschaftlichen, rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen ihres Berufs. Hinzu kommen Abendveranstaltungen, in denen mit prominenten Journalisten, Chefredakteuren oder Verlagsmanagern diskutiert wird.
Praktika
Von den vier Praktika absolviert jeder Teilnehmer eines bei einer Tageszeitung; zwei bei einer Zeitschrift, davon eines bei einem General-Interest-Magazin und eines bei einer Special-Interest-Zeitschrift. Praktika beim SPIEGEL, bei der ZEIT sowie bei Radio/TV oder in einer Online-Redaktion sind ebenfalls möglich. Über den Ort des Praktikums entscheidet die Schule, doch können Wünsche der Teilnehmer berücksichtigt werden.
Referenten
sind neben dem Schulleiter erfahrene Journalisten: Redakteure und Reporter, Fotografen und Korrespondenten, Ressortleiter und Chefredakteure aus unterschiedlichen Verlagshäusern und Sendeanstalten, die sich auf ihrem Arbeitsgebiet einen Namen gemacht haben.
Geleitet wird die Henri-Nannen-Schule von Andreas Wolfers, geboren 1958. Er absolvierte ein Volontariat beim „Flensburger Tageblatt“, studierte Geschichte und Politik, war zwei Jahre als Korrespondent in Israel tätig, elf Jahre Redakteur bei GEO und drei Jahre Textchef des STERN. Im April 2007 übernahm er von Ingrid Kolb die Leitung und Geschäftsführung der Henri-Nannen-Schule. |